Kategorie-Archiv: zum Nachmachen

Technikkurs: Bumerangferse mit Zwickel

Beim Sockenstricken gibt es zwei Hürden zu überwinden. Zum einen die Scheu vorm Nadelspiel und zum anderen die Ferse.

Mit der Bumerangferse haben wir eine beliebte Form, die sich recht gut umsetzen lässt.
Der Vorteil der Bumerangferse liegt u.a. darin, dass sie von der Spitze beginnend gestrickt werden kann, aber auch traditionell von oben bis zur Spitze und für Anfänger geeignet ist.

Sie ist allerdings kürzer als z.B. die Käppchenferse und alleine gestrickt oft auf dem Spann zu eng. Drum kombiniere ich sie gerne mit einem kleinen Zwickel, um dem Fuß mehr Freiheit zu geben. Einen ähnlichen Effekt ohne Zwickel erreicht man auch, wenn man bei der Ferseneinteilung über das Drittel ein paar Maschen (M) mehr Doppelmaschen (DM) arbeitet. Dies kann bei ausgeprägten Fersen von Vorteil sein kann.

BumerangferseZwickelDie Tabelle zeigt die Zwickelmaschen, die rechts und links zu- bzw. abgenommen werden und die Mascheneinteilung (DM/M/DM) der Fersenmaschen (Hälfte der Maschen gesamt vor Zwickelzunahme).

Die Doppelmasche
Den Arbeitsfaden vor die Arbeit legen. Die erste Masche, wie zum Linkssticken einstechen und abheben. Der Arbeitsfaden läuft von vorne nach hinten über die rechte Nadel. Ihn anschließend nach hinten unten ziehen, dass die erste Masche kippt und auf der rechten Nadel eine Doppelmasche zu sehen ist.
Eine ausführliche bebilderte Anleitung findest Du hier.

LOS GEHT’S
Zählen wir die Nadeln vom Anfangsfaden ausgehend im Uhrzeigersinn, dann liegen auf den Nadeln 1 und 4 nun die Maschen für die Ferse.

Wir beginnen mit den Zwickelzunahmen
Zwischen den Nadeln 1 und 2 und den Nadeln 3 und 4 werden aus dem Querfaden jede 2. Runde eine Masche verdreht (oder nach einer anderen gut vertrauten Technik) zugenommen. Die Maschen kommen auf die Nadeln 2 und 3. Während die Maschen auf den Nadeln 1 und 4 glatt rechts gestrickt, kann auf den Nadeln 2 und 3 im Muster weiter gearbeitet werden.

Ist die letzte Zunahme erfolgt, beginnen die verkürzten Reihen der Bumerangferse.
Zur besseren Übersicht strickt man mit der Nadel 4 die Nadel 1 gleich mit ab, dass alle Maschen der Ferse auf eine Nadel liegen.

Bumerangferse Teil 1/Abnahme
Die Maschen der Nadel 1 sind gestrickt. Nun wird die Arbeit in die andere Strickrichtung gedreht (wenden).
1 Doppelmasche arbeiten bis zum Ende der Nadel links stricken, wenden.
1 Doppelmasche arbeiten und bis vor die Doppelmasche rechts stricken, *wenden.
1 Doppelmasche arbeiten und bis vor die Doppelmasche(n) links stricken, wenden.
1 Doppelmasche arbeiten und bis vor die Doppelmaschen rechts stricken*, wenden.
So viele Doppelmaschen von *bis* stricken, wie in der Tabelle der Ferseneinteilung angegeben sind.

Nun 1 bis 3 Zwischenrunde(n) über die gesamten Maschen stricken.
Die Runde endet bei der Ferse nach dem zweiten Drittel (rechte Maschen in der Mitte) der Fersenmaschen.

Bumerangferse Teil 2/Zunahme
Im zweiten Teil werden mit Doppelmaschen zugenommen.
Dafür wird noch eine Masche rechts gestrickt (das war die letzte Doppelmasche auf der linken Seite), wenden.
1 Doppelmasche arbeiten links bis zur ehemaligen Doppelmasche und diese stricken, wenden.
1 Doppelmasche arbeiten, rechts stricken, die Doppelmasche und eine weitere Masche rechts stricken, wenden.
1 Doppelmasche arbeiten, links stricken, die Doppelmasche und eine weitere Masche links stricken, wenden.
In diesem Schema stricken bis alle Fersenmaschen der Nadel gearbeitet sind.

Es wird jetzt rechts gestrickt und es bietet sich nun an die Maschen wieder auf vier Nadeln zu verteilen.

Zwickelabnahmen
Für die Zwickelabnahmen werden nun die letzte Masche der 1. Nadel mit der ersten Masche der 2. Nadel und die letzte Masche der 3. Nadel mit der ersten Masche der 4. Nadel links bzw. rechtsgeneigt (oder wie es einem gefällt) in jeder zweiten Runde zusammengestrickt.
Oder: die zuletzt gestrickte Doppelmasche rechts und links wird mit den vorherigen Zwickelzunahmen in jeder zweiten Runde zusammengestrickt.

Um sich die Arbeit zu erleichtern nimmt man die Zwickelmaschen auf die Nadeln 1 und 4 rüber. Dafür kann es hilfreich sein, sich einen Maschenmarkierer nach der ersten und vor der letzten Fersenmasche (letzte Doppelmaschen) zu legen.
Ich bevorzuge die Maschen bereits bei Teil 2 der Bumerangferse wieder auf vier Nadeln zu verteilen und die Zwickelmaschen mit auf die Fersennadeln zu nehmen, die aber keine Doppelmaschen werden. Der Vorteil liegt darin, dass die letzte Doppelmasche besser in Form bleibt.

Hier habe ich dir ein Video und hier eine bebilderte Anleitung für Dich.

Wer die Grundkenntnisse der Bumerangferse beherrscht, dem erschließen sich die Möglichkeiten anderer Fersenvariationen, wie z.B. die Bumerangferse in runder Form, die Hybridferse oder die Shadow wrap Sockenferse. Und die Bumerangferse, mit und ohne Zwischenreihen gestrickt, ergibt auch eine Sockenspitze.

Viele Grüße,
eure Sylvia

PS: Sollte noch etwas unklar sein, bitte einfach anschreiben.

Veganer Schokoladen-Zucchini-Kuchen

schokokuchenVor einiger Zeit haben wir hier für euch das Rezept von Marlenes Chutney aus grünen Tomaten veröffentlicht. Heute gibt es auf häufige Nachfrage hin ein neues Rezept aus dem Fasercafé, nämlich meinen vegangen Schokoladen-Zucchini-Kuchen – erstaunlich lecker!

Zutaten

  • 180 g Dinkelmehl (Typ 1050)
  • 1 TL (Weinstein-)Backpulver
  • 1/2 EL Kaisernatron
  • 1 gestr. TL Zimt
  • 1 Msp. Bourbon-Vanille (od. 1 P. Vanillinzucker)
  • 1 Prise Salz
  • 150 g (Rohrohr-)Zucker
  • 1/4 Tasse (1 geh. ELKakaopulver
  • 60 g Mandeln
  • 100 ml Öl (z.B. Rapsöl, Kokosöl)
  • 2 (Bio-)reife Bananen
  • 1 geraspelte Zucchini, mittlerer Größe
  • Etwas Hafermilch oder eine andere vergleichbare Flüssigkeit
  • 1 geh. EL Kakao-Nips, wer mag

… und etwas Fett für die Form 

Zubereitung

  • Backofen auf 160 °C vorheizen!
  • Backmischung aus den trockenen Zutaten herstellen.
  • Öl, geschälte und gestückelte Bananen und Mandeln hinzugeben.
  • Zucchini (schälen), raspeln und mit den  den Kakao-Nips zu den anderen Zutaten geben,
  • Gut vermischen/verrühren.
  • In einer gut gefetteten (z.B. Gugelhupf)  bei 160 °C ca. 1 Stunde bei Umluft backen.
  • Mit einem Holzstäbchen testen!
    Anschließen eventuell noch 15 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen.
  • Den fertigen Kuchen vorsichtig herausnehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Viel Spaß damit!

Häkelschneeflocken und -sterne

Weihnachten ist zwar schon länger vorbei, dafür schneit es jetzt endlich und es sieht so aus als würde uns der Winter noch ein bisschen bleiben.schneeflocken

Passed dazu möchte ich dir Sylvias letztes Projekt vorstellen: Zarte und bildhübsche gehäkelte Schneeflocken, die sich gestärkt auch prima als Fensterdekoration eignen!

Falls du jetzt auch Lust bekommen hast, Schneeflocken zu häkeln, habe ich hier ein paar kostenlose Anleitungen für dich:

Auch Sterne gibt es in großer Auswahl:

Kommen englischsprachige Anleitungen für dich in Fragen oder handarbeitest du ausschließlich auf Deutsch? Lass es mich in den Kommentaren wissen 🙂

Update: Sylvia hat mir noch drei Schneeflocken-Anleitungen geschickt, mit denen sie gearbeitet hat!

Wenn Häkeln und Stricken sich treffen

Im Knitting Daily-Newsletter habe ich eine schöne Idee gefunden: Senkrechte einmaschenbreite Streifen im Gestrick können prima eingehäkelt werden!

Der Artikel ist englisch, aber die Bilder sprechen für sich:
When Knitting and Crochet Meet

Das hat mich zum Grübeln gebracht. Bisher habe ich an Gestricktes schon mal eine Borte angehäkelt oder auch ein Knopfloch umhäkelt, um es fester zu machen. Ingrid hat bei der Fasercafé-Ausstellung ein tolles Oberteil gezeigt, bei dem der Körper gestrickt und der Ausschnitt mit Häkelrosetten verziert war. Sicher gibt es noch viele andere Kombinationsformen, die mit etwas Tüftelei schöne Ergebnisse zaubern. Gehäkelte Einsätze in glatt-rechts, vielleicht? Auf Stephanies Strickseiten wird anschaulich erklärt, wie man Häkeln und Stricken verbindet.

Hast du eine tolle Idee?

Marlenes Chutney aus grünen Tomaten

Wer nicht bei der Vernissage war, mag sich wundern … nein, wir sind nicht plötzlich zum Kochblog geworden 😉

Aber alle, die Marlenes superleckeres Chutney probiert haben, wollten sofort das Rezept wissen. Marlene es mir dann auch gleich per Mail geschickt und  hier ist es jetzt für euch:

Zutaten:

  • 1,5 kg grüne Tomaten und weitere „Gartenreste“ wie unreife Physalis
  • 750 g Rohrzucker oder Farinzucker
  • 10–20 große Knoblauchzehen
  • 250 g–400 g kleine Schalotten
  • ca. 300 g säuerliche Äpfel, 1-2 Quitten je nach Grösse
  • je 4 große rote und gelbegrüne Peperoni
  • 4 kleine Schoten von den kleinen extrascharfen Chillis
  • 1 Stück Ingwer ca. 3/4 handgroß in kleine Würfel gehackt
  • 4–5 Stück Kurkumawurzeln in kleine Würfel gehackt
  • 1 Stengel Zitronengrass klein gehackt
  • 1 gehäufter EL gutes Meersalz
  • ¼ l Mischung aus weissem Balsamico, ital. Weinessig, Kräuter
  • Apfelessig, etwas Quittenessig
  • 1 TL bunter, 1 TL Szechuanpfeffer
  • 12 Pimentkörner
  • 5 Kardamomschoten
  • 10 Lorbeerblätter
  • 1 gehäufter EL gelbe und schwarze Senfkörner
  • 5 Gewürznelken
  • 1 gehäufter TL Bockshornklee
  • ca. je ½ TL Fenchelsamen, Zimtblüten, etwas Sternanis, Koriander
  • Zesten von frischen Zitronen und evtl. den ausgepressten Saft der Zitrone/Orange
  • für den Notfall Pektin als Geliermittel

So werden die Zutaten vorbereitet:

  • Knoblauchzehen schälen und quer in feine Scheiben schneiden oder hobeln
  • Schalotten halbieren und längs in Streifen schneiden.
  • Peperoni nicht entkernen und in im Ganzen in feine Ringe schneiden.
  • Pfeffer, Pimentkörner, Senf, Kardamom usw. grob mahlen oder im Mörser zerdrücken
  • Zitronengrass in feine Ringe schneiden.
  • Äpfel und Quitten entkernen und mit Schale in Würfel schneiden.
  • Tomaten waschen, vierteln, Stielansatz ausschneiden. Größere Früchte achteln bzw. noch öfter teilen.

Zubereitung:

Ein Teil des Zuckers in den Topf/Schüssel geben und darauf nach und nach die kleingeschnittenen Zutaten geben. Ich habe als erstes die Schalotten geschnitten und in den Zucker gegeben, dann mit Knoblauch, Ingwer Kurkuma, Peperoni weitergemacht, und immer wieder Zucker zugegeben und vermischt, so das alle Zutaten mit Zucker bedeckt sind. (Der Zucker zieht nämlich aus Schalotten usw. eine Art Sirup heraus, der sehr von Anfang an lecker schmeckt, und im fertigen Chutney mehr Geschmack gibt.)

Die letzten Zutaten der Mischung sind: Äpfel/Quitten, nun den Essig zugeben, zum Schluss kommen die Tomaten und das Salz. Nun darf die ganze Mischung einige Stunden ziehen. Ich hab nach dem Frühstück geschnippelt und am späteren Nachmittag gekocht. Man könnte das Ganze auch über Nacht ziehen lassen.

Kochen:

Meine Mischung habe ich von Anfang an in den Topf gegeben in dem ich das Chutney später dann auch gekocht habe.

Nach dem Ziehen der Mischung wird das Ganze dann etwas länger als ca. 20 Minuten sprudelnd gekocht, so lange bis die Zutaten eine passende Konsistenz haben. (ca. 30-40 Min.)

Evtl. eine Gelierprobe machen, falls es nicht gelieren will etwas Pektin zugeben.

Heiß in Gläser füllen und langsam abkühlen lassen.

Beschaffungstipp:

Ingwer kaufe ich grundsätzlich beim Trübenecker am Viktualienmarkt. Das ist peruanischer Wild-Ingwer, der leicht zitronig und „nicht seifig“ schmeckt und auch noch gut haltbar ist. Kurkuma gibt’s da auch.

Für Chillis gehe ich zum Rottler auch am Viktualienmarkt, da gibt es auch noch viele andere spannende Sachen!

Das Rezept basiert auf diesem Chutney-Rezept aus der Badischen Zeitung.